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Sanierung: Mittels Osmose-Anlage zu superreinem Wasser

veröffentlicht am 29. Januar 2019 | Kategorie: Sanitär

Zu einer umfangreichen Haussanierung gehört es vielfach, auch das komplette Wasser-Leitungssystem auszutauschen – sowohl auf der Frisch- wie Abwasserseite. Vor allem Ersteres ist dabei auch ein echtes Plus für die Hygiene: Selbst, wenn es sich bei den alten Leitungen nicht um die ungesunden Bleirohre handelte, so sammelt sich im Lauf der Jahre doch eine Menge Schmutz im Leitungssystem, verengt Rohrquerschnitte und kann für so manche Keimbelastung sorgen.

Durch eine Osmose-Anlage gefiltertes Wasser

Allerdings ist der Gipfel der Wasserreinheit erst erreicht, wenn das Haus-System um eine Osmose-Anlage ergänzt wurde. Um was genau es sich dabei handelt, was der Sinn dahinter ist und noch einiges mehr verrät der folgende Artikel.

1. Kurzüberblick: Was ist Osmose?

Weiter unten werden wir noch genauer auf die technischen Details eines Osmose-Systems eingehen. Für den Anfang reicht es jedoch, zu verstehen, dass sich dahinter ein technisches Verfahren verbirgt, welches in der Lage ist, Wasser von den allermeisten Schadstoffen zu befreien, die auch bei uns noch im Leitungswasser zu finden sind.

2. Schadstoffe? In deutschem Leitungswasser?

Der letzte Satz des vorherigen Kapitels mag viele überraschen. Gilt doch Trinkwasser in Deutschland als sehr sauber und von konstant guter Qualität. Ja, das stimmt zwar, allerdings seit einigen Jahren und je nach Wohn-Region nur in gewissen Grenzen.

Um das zu erklären, muss man verstehen, wie das Wasser bei uns in die Leitung kommt. Das geschieht je nach Region durch einen Mix von Wässern aus verschiedenen Quellen. Grundwasser aus teils mehreren hundert Metern Tiefe bildet zwar meist die Basis und ist wirklich sauber. Allerdings ist nicht so viel davon vorhanden, dass die gesamte Trinkwassermenge dadurch bereitgestellt werden könnte. Ergo muss es mit Wässern aus anderen Quellen vermischt werden. Etwa Oberflächenwasser aus Flüssen, Seen oder Stauseen. Und dort beginnt das Problem: Landwirtschaftliche Pestizide, Microplastik, pharmazeutische Rückstände.

Sie sind es, die unsere öffentlichen Trinkwasser-Filtersysteme an ihre Grenzen bringen. Denn obschon es nach strengen Vorgaben gefiltert und regelmäßig kontrolliert wird, so leiden diese Anlagen nicht selten unter Investitionsstau. Die Folge: Das Wasser ist zwar so rein, wie es das Gesetz vorgibt. Doch nicht so, wie es Technik eigentlich ermöglicht. Und an diesem Punkt kommt die private Reinigung ins Spiel.

3. Damit man weiß, was drinsteckt

Nur wenige Privatleute kennen die sogenannte TrinkwV, die Trinkwasserverordnung. Sie ist ein auf Bundesebene gültiger Gesetzestext, welcher der meist auf kommunaler Ebene erfolgenden Trinkwasserbereitung die einheitlichen Vorgaben macht. Und diese Verordnung enthält auch einen wichtigen Passus: Die Qualität des Trinkwassers muss durch den Versorger nur bis zur sogenannten Übergabestelle gewährleistet werden – meist der Wasserzähler. Kommt es dahinter zu einer Verunreinigung, obliegt es nicht mehr der Versorger-Verantwortung.

Auf gut Deutsch: Je nach Wohnregion hat man:

  • Einen gewissen Anteil an Schadstoffen im Trinkwasser, der durch die kommunalen Aufbereitungsanlagen nicht erfasst wird – und sei es nur ein hoher Kalkwert, der Hausgeräte schädigen kann.
  • Ein mehr oder minder langes Leitungssystem zwischen Wasserwerk und Hausanschluss, das Verunreinigungen begünstigt – oft jahrelang unbemerkt.
  • Einen gesetzlichen Kontrollzwang, dem je nach Größe des Versorgungsgebiets nur alle paar Tage nachgegangen werden muss. Kommt es dazwischen zu Verunreinigungen, bleiben diese bis zur nächsten Laborkontrolle unbemerkt.

4. Die (Umkehr-)Osmose

Es gibt unzählige Wege, wie man Wasser filtern kann. Doch vieles davon ist enorm aufwendig und so teuer, dass es preislich nur für sehr große Wasserversorger attraktiv ist. Dabei gibt es mit der Osmose eine Technik, die Wasser auf molekularer Ebene reinigt.

Solche Anlagen werden von Spezialbetrieben aufgebaut. Als Marktgröße gilt Wassertechnik PRO, ein Spezialist für Wassertechnik aus dem thüringischen Schmölln. Dort erklärt man es folgendermaßen: Die Osmose-Anlage ist eigentlich eine Umkehrosmose-Anlage. Unter Osmose versteht man, stark vereinfacht ausgedrückt, die Neigung von Teilchen, sich in einer Flüssigkeit, die durch eine halbdurchlässige Membran (also ein sehr feines Sieb) geleitet wird, so zu verteilen, dass auf beiden Seiten ein gleicher Anteil (= osmotischer Druck) anliegt. Wie es funktioniert, kann man an seinen Fingerspitzen sehen, wenn man zu lange in der Badewanne lag. Innerhalb der Hautzellen sind in der Flüssigkeit weitaus mehr Salzteilchen gelöst als im Badewasser. Das wiederum strömt durch die Osmose ein, im Bestreben, den Ausgleich zu schaffen – die Fingerkuppen dehnen sich partiell aus, werden schrumpelig.

Bei der Umkehrosmose ist es weniger kompliziert. Bei diesem Verfahren geht es darum, einer Flüssigkeit (etwa Trinkwasser) durch Umkehren jenes Effekts sämtliche Teilchen zu entziehen, die nicht H2O, also ganz sauberes Wasser sind. In einer Umkehrosmose-Anlage muss man sich das prinzipiell wie ein sehr feines Sieb vorstellen. Das Leitungswasser wird dort mit einem kontrollierten Druck durchgeleitet. Der ist höher als der osmotische Druck. Dadurch „wollen“ die verunreinigten Partikel auf der Einleitungsseite des Filter-Membran-Systems bleiben, um dort wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Unterdessen passieren die H2O-Moleküle die Membran und werden in die Leitung des Hauses weitergereicht. Und zwar in einem solchen Reinheitsgrad, dass das Leitungswasser nicht nur für Menschen vollkommen unbedenklich wird, sondern auch für die Aquarien sehr empfindlicher Zierfische geeignet ist. Ja, selbst auf der ISS werden durch das gleiche Prinzip Schweiß und Urin der Astronauten wieder zu chemisch reinem H2O umgewandelt.

Damit es nicht durch stehendes Wasser zu erneuten Verunreinigungen kommen kann, funktionieren diese Filtersysteme so, dass sie nur dann arbeiten, wenn Wasser strömt. Sprich, erst, wenn man den Hahn aufdreht, wird das von der Hauseinspeisung kommende Wasser durch die Anlage geleitet.

Und was passiert mit den abgetrennten Verunreinigungen? Bei der Haus-Osmose-Anlage ist das technisch so gelöst, dass diese direkt ans Abwassersystem gekoppelt ist. Was in der Anlage abgeschieden wird, wird von dort ohne den „Umweg Hausleitung“ direkt wieder in die Kanalisation geleitet.

5. Was braucht es zu Hause?

Für eine kleine Osmose-Anlage, die einen Hahn bedient, kann man mit Preisen von etwa 1700 Euro rechnen. Wichtig ist, dass in der Nähe ein Stromanschluss vorhanden ist, denn zum Erzeugen des notwendigen, gleichbleibenden Drucks ist eine elektrische Pumpe in der Anlage notwendig.

Zweimal pro Jahr muss der Vorfilter gewechselt werden, der „grobe“ Verunreinigungen fernhält, welche dazu geeignet wären, die Membran zu schädigen (etwa Kalk), alle zwei Jahre ist die Membran selbst für den Austausch vorgesehen.

 

Bildquelle: Unsplash.com © Manki Kim

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